Wie du es nicht machst. Lehren aus den größten Produkt-Fails.

Der Moment ist da und du entwickelst dein erstes Produkt, mit dem du die Welt im Sturm erobern willst. Egal, ob Software, Hardware oder Service, du brennst darauf dein Baby endlich im App Store, im Regal oder auf der eigenen Webseite zu sehen. Natürlich willst du alles perfekt machen, du willst dich ja schließlich nicht blamieren. Außerdem hast du schon allen erzählt, wie geil dein Produkt wird. Also machst du als nächstes das, was so viele angehende Gründer machen und ohne es zu wissen machst du alles falsch und sorgst dafür, dass Was meine ich damit? Du verbarrikadierst dich, vielleicht zusammen mit deinen Mitgründern, erst mal für ein halbes Jahr oder mehr im Home-Office oder in irgendeinem Coworking-Space und werkelst da wie ein verrückter an deinem Produkt herum. Und es macht mega Spaß. Du kannst dich endlich austoben und all die coolen Ideen, die du immer hattest umsetzen und ins Produkt einbauen. Und EINE geile Idee folgt auf die nächste, wie du dein Produkt noch besser machen kannst und jede davon setzt du um. Schließlich soll es ja am Ende perfekt sein und bekanntermaßen „der erste Eindruck zählt“. Und während du da herum ackerst, achtest du penibel darauf, dass niemand davon erfährt, was du da baust und dass niemand irgendwas von deinem Produkt sieht. Denn du hast Angst, dass jemand deine geniale Idee noch auf den letzten Metern klauen könnte. Immer wieder bestimmst du ein Datum, an dem du dein Produkt endlich launchen willst und jedes mal fällt dir kurz vorher noch irgendwas auf, das noch nicht perfekt ist. Da ist der Button zu weit links oder zu klein, hier ist das Design noch nicht stylisch genug, die coole Animation kommt noch nicht genug heraus, das System läuft noch nicht stabil genug, um den erwartungsgemäß großen Nutzer- oder Kundenansturm bewältigen zu können und und und. You name it! Dir fällt immer noch was auf, mit dem du noch nicht so ganz zufrieden bist und dann hängst du immer wieder noch ein paar extra Wochen oder Monate dran. Deine Freunde fragen sich schon, „was macht der da eigentlich seit Monaten und wird da überhaupt jemals was draus?“ Und endlich ist er da. Der Tag an dem du mit guten Gewissen sagst „Das Ding ist perfekt“ und jetzt wird gelauncht. Endlich wird sich die viele Arbeit bezahlt machen und du bist bereit für den großen Nutzer-oder Kundenansturm und bereit mega viral zu gehen. Sogar an ein paar coole Marketingkampagnen hast du gedacht, die das Ganze sogar noch mehr ankurbeln sollen.

Voller Vorfreude wartest nach dem Launch auf die ersten Zahlen und den großen Knall. Und. Tadaa. Es. Passiert. Nichts! Kein Knall, kein viral gehen, kein gar nichts. Ab und zu tummeln sich ein paar Leute auf deiner Website rum und nutzen oder kaufen sogar dein Produkt aber der große Ansturm bleibt aus. Du denkst dir „Ach, das wird schon noch, die Leute brauchen Zeit, die kommen schon noch in den nächsten Tagen“. Doch aus Tagen werden Wochen und aus Wochen werden Monate und viel mehr tut sich nicht, außer hier und da mal ein paar Nutzer oder Kunden, die sich verirrt haben. Auch deine pfiffigen Marketing-Ideen sorgen nicht dafür, dass am Ende etwas zählbares rumkommt und kosten dich nur jede Menge Geld. Irgendwann fängst du an dir den Kopf zu zerbrechen, woran das liegen kann. Für dich ist das Produkt doch perfekt und du hast da doch so viel Arbeit rein gesteckt. „Vielleicht ist es noch nicht perfekt genug. Hätte ich mal noch dies oder das eingebaut“ denkst du dir. Und dann schließt du dich wieder ein und schraubst weiter an deinem Produkt herum. Aber egal was du machst, veränderst oder noch einbaust, es hilft nichts, dir gehen die Ideen aus und langsam aber sicher macht sich bei dir Verzweiflung breit und irgendwann bleibt dir nichts anderes übrig als hinzuschmeißen. Das war’s. Dein Startup ist offiziell gescheitert und die viele Zeit und das viele Geld, was du investiert hast ist weg.

Diese kleine Geschichte, die ich dir gerade erzählt habe, ist nicht irgendein Märchen, sondern für die meisten Gründer bittere Realität. 90% aller Startups scheitern in den ersten paar Jahren, weil die Gründer es nicht hinbekommen, ein Produkt auf den Markt zu bringen, das die Leute lieben und regelmäßig nutzen oder kaufen. Wie kann sowas passieren? Leichter als du denkst! Viele angehenden Gründer rutschen bei der Entwicklung ihrer Produkte ab in ihre eigene Traumwelt, in der das alles, was sie sich da an ihrem Produkt ausdenken, für sie absolut Sinn macht und sie davon ausgehen, dass sie wissen, was ihre zukünftigen Nutzer oder Kunden wirklich wollen. Am Ende stellst sich aber fast immer heraus, dass sie es nicht besser wissen, als ihre Nutzer oder Kunden und dann ein Produkt entstanden ist, das komplett an den Probleme oder Bedürfnissen der Nutzer oder Kunden vorbei entwickelt wurde. Das merken die meisten Gründer aber nicht, während sie da im Geheimen an ihrem Produkt herum doktorn, sondern erst dann, wenn sie ihr Traumwelt irgendwann verlassen und ihr Produkt nach dem Launch auf die hart Realität des Marktes trifft. Dann ist nämlich Schluss mit lustig. Der Markt lässt sich nicht austricksen, belabern oder bestechen. Das ist nicht wie in der Schule oder in der Uni oder wie in vielen Jobs, wo man sich noch durchmogeln kann. Der Markt lässt sich nur mit einem geilen Produkt überzeugen, das auf konkreten Kundenproblemen oder Bedürfnissen aufbaut und sich zu 100% an seine Nutzer oder Kunden anpasst. Was du dir da so alles ausgedacht hast, während du monatelang abgeschirmt von der Außenwelt in deinem stillen Kämmerlein gewerkelt hast, ist scheiß egal. Am Ende des Tages entscheiden einzig und allein deine Kunden und Nutzer, ob das geil ist, was du da gebaut hast. Ist es nicht geil, kann das sehr sehr bitter für dich werden. Schließlich hast du viel Zeit und Geld in die Entwicklung deines Produkts und den Aufbau deines Startups gesteckt, um dann zu merken, dass alles umsonst war. Du hast eine Firma gegründet, ein Büro gemietet, Mitarbeiter eingestellt oder beauftragt, Investoren belabert oder dein eigenes Erspartes auf den Kopf gehauen, nur um am Ende zu merken, dass das alles auf einem Produkt aufgebaut hat, das niemand will. Der Tag, an dem du das realisierst ist einer der schlimmsten Tage, die du jemals haben wirst. Und dann kannst du nichts mehr machen, außer deinem Startup in Slow Motion dabei zuzusehen, wie es in sich zusammenfällt und damit auch all deine großen Pläne und Träume. Jetzt kann man natürlich sagen, ja dann scheitert man halt mal, das gehört auch dazu. Failure Culture und so. Wird ja immer gepredigt. Klar. Scheitern gehört auch zum Leben des Unternehmers dazu und die guten Gründer lernen extrem viel daraus für ihre nächsten Startups. Trotzdem, geil ist das nicht und ganz sicher einer der schmerzhaftesten Dinge, die du in deinem Leben durchmachen wirst. Also, sei kein Idiot und mach es richtig!


Aber wie machst du es richtig und sorgst dafür, dass du ein Produkt auf den Markt bringst, das deine Nutzer oder Kunden lieben und du zu den 10% der Startups gehörst, die Erfolg haben und nicht zu den 90% der Gründer die scheitern und dabei auch noch ihr leben ruinieren.


Wie du das machst, möchte ich dir mit einer kleinen Geschichte erzählen. Und zwar handelt diese Geschichte von einem Startup, das mit der Art und Weise, wie es sein Produkt entwickelt hat, vielen weiteren Generationen von Startups, unter anderem Giganten wie Facebook, Uber oder Airbnb, vorgemacht hat, wie man ein Produkt entwickelt, das in einem noch nie dagewesene Tempo die Welt erobert, ohne dabei ein unnötiges Risiko einzugehen und alles blind auf eine Karte zu setzen. Das Startup, um das es hier geht, heißt Zappos.

Zappos ist einer der weltweit größten Onlineshops für Schuhe mit einem Jahresumsatz von mehreren Milliarden Dollar. Doch so hat es nicht angefangen. Zappos wurde 1999 von Nick Swinmurn gegründet, weil er unzufrieden war mit der schlechten Auswahl an Schuhen, die man online kaufen konnte. Denn damals gab es noch keine großen Online-Shops wie „Zalando“, in denen man eine große Auswahl an Schuhen von unterschiedlichen Marken kaufen konnte. Fun Fact: Zalando ist einige Jahre später als freche Kopie von Zappos gestartet. Wie auch immer. Nick Swinmurn, der Pionier hinter Zappos, war sofort Feuer und Flamme für seine Idee und überzeugt davon, die beste Shopping-Experience für Schuhe zu entwickeln, die die Welt jemals gesehen hat. Nick hätte sich jetzt für Monate und Jahre einschließen können, um seine Idee bis zur Perfektion vollständig in die Tat umzusetzen. Mit allem Drum und Dran. D.h. Entwicklung und Design der kompletten Webseite bzw. des ganzen Shopsystems, inklusive Aufbereitung und Einpflegen von zehntausenden Produkten. Entwicklung eines Bezahlsystems. Aufbau der ganzen Logistik, samt Warenhaus, großem Lagerbestand und Retourenmanagement. Abschluss von Partnerschaften mit hunderten Marken und Handelspartnern. Einkauf von tausenden Produkten. Entwicklung einer Marketing- und Vertriebsstrategie. Und, und, und. Das alles hätte Nick machen können, um seinen Traum von Zappos komplett und perfekt Realität werden zu lassen. Und damit wäre er in bester Gesellschaft gewesen, denn so haben es die meisten Startups gemacht und viele machen es noch heute so. Doch Nick hat sich für einen anderen Weg entschieden.

Und zwar anstatt Unmengen an Zeit und Geld in die vollständige und „perfekte“ Umsetzung der Idee zu stecken, hat Nick sich erst mal gesagt „wait a minute“. „Das, was ich da vorhabe, ist so neu, ich kann vorher gar nicht wissen, ob es wirklich funktioniert.“ Denn damals herrschte noch großer Unglaube, ob Kunden Schuhe überhaupt jemals online kaufen würden. So viel Zeit und Geld in so eine unsichere Sache zu stecken war Nick ein zu großes Risiko. Trotzdem war er nach wie vor überzeugt davon, dass Zappos funktionieren kann. Also hat sich Nick überlegt „wie kann ich testen, ob die Leute Schuhe online kaufen wollen, ohne vorher extrem viel Zeit und Geld in den Aufbau des gesamten Online-Shops zu stecken. Und da kam Nick eine einfache aber geniale Idee. Um das zu testen, ist er in lokale Schuhgeschäfte spaziert und hat gefragt, ob er die Schuhe dort fotografieren kann, um sie dann online auf seine Webseite zu stellen. Im Gegenzug hat er den Schuhgeschäften angeboten: jedes Mal, wenn jemand die Schuhe über seine Webseite kauft, kommt er zurück in das Geschäft und kauft die entsprechenden Schuhe zum vollen Preis und schickt sie dann dem Kunden zu. Genial oder?! Auf diese Weise hat Nick ein ganz einfaches und schlankes erstes Produkt geschaffen, um die wichtigste, grundlegendste und riskanteste Frage an seiner Idee zu beantworten. Nämlich, wollen die Leute überhaupt Schuhe online kaufen und ist die Nachfrage groß genug.


Und das konnte Nick schon nach kurzer Zeit bestätigen, weil er schnell so viele Bestellungen bekommen hat, dass er gar nicht mehr damit hinterher gekommen ist, sie aus den Geschäften abzuholen und zu verschicken. Und das alles hat er nach nur wenigen Wochen herausgefunden. Ohne vorher ein großes Lager mieten und aufbauen zu müssen und ohne vorher zehntausende von Schuhe kaufen und vorrätig haben zu müssen. Sondern die Schuhgeschäfte, waren seine kostenlosen und immer prall gefüllten Lager. Auch musste er vorher keine komplexe Logistik aufbauen. Denn jedes mal, wenn jemand bestellt hat, hat er die Schuhe einfach selber zur Post gebracht und verschickt. Und auch musste er nicht gleich tausende von Schuhen auf der Webseite Aufbereiten und Einpflegen. Sondern er hat erst mal mit ein paar wenigen Schuhen bzw. Fotos angefangen und dann erweitert, nachdem er gesehen hat, dass die Nachfrage da ist und es sich auszahlt mehr und mehr Schuhe zu fotografieren und anzubieten. Anstatt Monate an einer riesigen Produktauswahl zu arbeiten, die am Ende niemand interessiert.


Nachdem Nick seine wichtigste Frage beantworten konnte, nämlich ob genug Leute Schuhe online kaufen wollen, wusste er, dass es sich jetzt lohnt das Risiko einzugehen und mehr Zeit und Geld in die Weiterentwicklung des Online-Shops und den Aufbau des Startups zu investieren. Und anstatt jetzt wieder in alte Muster zu verfallen und irgendwas zu entwicklen, von dem nur ER denkt, dass es eine gute Idee ist, hat Nick auch bei allen weiteren wichtigen Themen Rund um die Weiterentwicklung seines Produkt erst mal innegehalten und sich gesagt „wait a minute“. „Wie kann ich auch das schnell und günstige testen, ob das wirklich funktioniert.“ Und hat das dann wieder mit kleinen Experimenten überprüft und so Schritt für Schritt und ohne großes Risiko, alle weiteren Bestandteile seines Onlineshops aufgebaut: Wie mit Kunden interagiert wird, wie Bezahlungen abgewickelt werden, wie die Logistik abläuft, wie Lager und Lagerbestand gemanagt werden, wie Retouren abgewickelt werden, wie Kundensupport gemacht wird. Und, und, und. Bei all diesen Themen haben ihm seine kleinen und schnelle Experimente geholfen. Zwar haben all diese Experimente erst mal einen großen manuellen Aufwand bedeutet und auch nur in einem sehr kleinen Rahmen stattgefunden aber sie waren längst nicht so aufwendig, wie gleich die „perfekte“, vollständige und automatisierte Lösung zu entwickeln und die Experimente haben am Ende sogar noch zuverlässigere und besseren Ergebnisse gebracht. Weil alles, was durch diese sehr kundennahen Experimente entstanden ist, war extrem nah dran an dem, was die Kunden wirklich wollen und was das Produkt und Unternehmen wirklich weiterbringt. Um dann, wenn das Experiment gut lief, Schritt für Schritt mehr Zeit und Geld in die Entwicklung einer stabileren Lösung zu investieren. Und genau mit diesem Vorgehen hat es Nick mit Zappos bis ganz nach oben geschafft. Zappos wurde 1999 gegründet und hat im Jahr 2000, also nur ein Jahr später, schon 1,6 Millionen Dollar Umsatz gemacht. 2001 waren es 8,6 Millionen. 2004, 184 Millionen. 2007, 840 Millionen und 2008, 1 Milliarde Dollar. 2009 wurde Zappos von Amazon für stolze 1,2 Milliarden Dollar gekauft und wird auch heute noch von Amazon betrieben.


Klar, Nick hätte auch einfach irgendwelche schon existierenden Marktstudien nehmen können, um herauszufinden, ob Leute Schuhe online kaufen wollen. Doch was hätte ihm das gebracht? Da wäre nur rausgekommen, dass so ziemlich alle Leute ihre Schuhe im Geschäft einkaufen. Einen verlässlichen Hinweis darauf, welches Potenzial im Online-Schuhhandel steckt, hätte er da nicht gefunden. Dafür war das, was er da vor hatte, viel zu neu. Und das trifft auf die meisten Produkt von Startups zu. Oder er hätte auch eine Umfrage machen können aber woher sollen die Leute wissen, was sie wirklich wollen, wenn sie gar nicht wissen, was möglich ist? Oder um es mit Steve Jobs zu sagen „People don't know what they want until you show it to them. That's why I never rely on market research. Our task is to read things that are not yet on the page.” Durch diese Experimente mit seinen Kunden, hat Nick so viel mehr gelernt, als er aus allen möglichen Marktdaten und jeder Umfrage hätte lernen können. Durch die Experimente konnte er viel genauere und aktuellere Daten über die Nachfrage bei seinen Kunden sammeln, weil er echtes Kundenverhalten beobachten konnte, anstatt nur hypothetische Fragen zu stellen. Die Experimente haben Nick in die Lage versetzt mit echten Kunden zu interagieren und ihre Probleme und Bedürfnisse kennenzulernen. Und die Experimente haben Raum für Überraschungen gelassen und für Dinge, die Nick vorher nicht auf dem Schirm hatte. Zum Beispiel, was passiert, wenn Kunden ihre Schuhe wieder zurückgeben wollen? Und dann konnte er sich mit weiteren Experimenten darum kümmern, wie man das am besten managt. Anstatt sich im Voraus theoretisch den Kopf zu zerbrechen, wie man das handhaben will und dann etwas baut, das überhaupt nicht zur Realität passt. Das schöne ist, dass das anfängliche Experiment von Zappos für ein klares und quantifizierbares Ergebnis gesorgt hat. Entweder kauft eine ausreichend große Anzahl an Kunden Schuhe oder nicht. Kein langes rumrätseln oder interpretieren notwendig. Außerdem hat es Nick in die Lage versetzt, seine echten Kunden zu beobachten, mit ihn zu interagieren und von ihnen zu lernen, um sein Produkt gemeinsam mit ihnen und anhand ihres Feedback Schritt für Schritt aufzubauen und immer mehr an ihren Wünschen auszurichten. Alles, was ER sich gedacht hat, waren nur ungeprüfte Annahmen, die vorher mit kleinen und schnelle Experimenten mit den Kunden getestet werden müssen, bevor mehr Zeit und Geld investiert wird.


Aus dieser Art und Weise Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, ist wenig später die sogenannte „Lean Startup Bewegung“ entstanden. Lean Startup bedeutet sowas wie „schlankes Startup“. Und genau darum geht’s. Mit einfachen Mitteln und schlanken Prozessen Gründen und Produkte entwickeln. Bei Lean Startup geht es nicht darum, dass du dir als Gründer am Anfang irgendwas überlegst, was deine Nutzer oder Kunden vielleicht wollen und dich dann monatelang abgeschirmt von der Außenwelt einschließt, um ein aufwendiges Produkt zu entwickeln, das möglichst „perfekt“ ist und du erst nach dem Markteintritt rausfindest, ob es überhaupt jemand will. Denn oft stellt sich dann heraus, dass es überhaupt keine Nachfrage gibt oder dass man 90% der Dinge, die man da entwickelt hat, wieder wegschmeißen muss. Und die viele Zeit und das viele Geld was man investiert hat, ist dann auch weg. Stattdessen geht’s beim Lean Startup nicht um’s lange Planen und Vorbereiten, sondern es geht darum, so schnell es geht ins Machen und Ausprobieren zu kommen. Ganz nach dem Prinzip „Learning by Doing“. Konkret heißt das, du gehst mit deiner Anfangsidee sofort raus in die echte Welt und holst dir vom ersten Tag an deine zukünftigen Nutzer oder Kunden mit ins Boot. Du entwickelst so schnell und günstig wie möglich eine erste kleine Produktversion, beobachtest, wie sie bei deiner Zielgruppe ankommt und sammelst ihr Feedback, lernst daraus und entwickelst so Schritt für Schritt deine Anfangsidee zu einem funktionierenden Produkt. Dadurch sorgst du dafür, dass du das, was deine Nutzer oder Kunden wirklich wollen von Anfang an berücksichtigst, du keine unnötigen Dinge entwickelst und dass dein Produkt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine große Nachfrage auf dem Markt erzeugt. Du verringerst also dein Risiko, viel Zeit und Geld in die Entwicklung eines Produkts zu stecken, das am Ende keiner nutzt oder kauft. Insgesamt verringerst du deine Kosten für die Produktentwicklung und den Aufbau deines Startups extrem und steigerst zeitgleich deine Erfolgschancen extrem. Anstatt wie früher Millionen auszugeben, um ein Produkt auf den Markt zu bringen, kannst du schon mit ein paar hundert Euro oder wenigen Tausend Euro, 99% aller Ideen so weit bringen, dass du mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sagen kannst, ob das Ganze echtes Potenzial hat und auf eine große Nachfrage stößt. Und wenn nicht, ist das auch kein Weltuntergang, weil du das Ganze bisher sehr schlank aufgezogen hast und nicht viel Zeit und Geld in dein Produkt gesteckt hast.


Und genauso gehen viele der heute so erfolgreichen Startups vor. Warum ist Google so dominant über so eine lange Zeit und erreicht mit jedem Produkt, das sie rausbringen, Millionen von zufriedenen Nutzern? Warum macht Apple viele der beliebtesten Produkte der Welt? Sogar so beliebt, dass die Leute vorm Apple-Store zelten, nur um das neueste iPhone ein paar Tage früher als alle anderen in den Händen halten zu können. Warum ist Netflix erfolgreich geworden, trotz unfassbar starker und reicher Konkurrenz aus Hollywood? Und wie hat es Airbnb geschafft, dass mehr als 150 Millionen Menschen, mehr als 800 Millionen Übernachtungen, bei über 4 Millionen Gastgebern buchen. Und Airbnb damit wertvoller ist, als die größten Hotelketten Hilton oder Marriott? Klar, einige Dinge haben da eine Rolle gespielt aber es gibt einen gemeinsamen roten Faden und eine große, wichtige Gemeinsamkeit, wie die meisten dieser erfolgreich gewordenen Startups ihre Produkte entwickeln und dafür sorgen, dass alles, was sie auf den Markt bringen, der Knaller ist. Und die Gemeinsamkeit ist „Lean Startup“.

Ich zeige dir, wie auch du mit Lean Startup deine eigene Idee zu einem Produkt entwickelst, das die besten Chancen darauf hat, von deinen Nutzern oder Kunden geliebt zu werden.


Wir starten damit, dass wir uns erst mal anschauen, wie du es nicht machen solltest und wie aus deiner deiner Idee garantiert kein erfolgreiches Produkt wird. Dazu werfen wir einen kleinen Blick in die Startup-Geschichtsbücher und schauen uns einige der spektakulärsten Produkt-Fails an. Vor allem beschäftigen wir uns mit der Frage, warum diese Produkte gescheitert sind, und was du daraus für die Entwicklung deines eigenen Produktes lernen kannst, damit du nicht die gleichen Fehler machst wie deine Vorgänger. Danach sorgen wir erst mal für ein paar wichtige Grundlagen, die dir später bei der Entwicklung deines eigenen Produkts helfen werden. D.h. wir kümmern uns um die Frage, wie du ein erfolgreiches Produkt entwickelst. Ein erfolgreiches Produkt ist kein Zufall. Wir schauen uns mit der Lean Startup Methode ein geniales System an, mit dem die erfolgreichsten Startups dieser Welt, wie Airbnb, Instagram oder Uber, aus ihren Anfangsideen Schritt für Schritt Produkte entwickelt haben, die ihre Nutzer oder Kunden lieben und ihnen aus den Händen reißen. Damit du die Lean Startup Methode noch besser verstehst und auch wirklich für deine Idee und dein Produkt nutzen kannst, wenden wir dieses System danach mal auf ein Beispiel an. Das Besondere: Das Beispiel, das wir gemeinsam durchgehen, ist nicht irgendein ausgedachtes Beispiel. Es ist eine echte Idee, die ich mithilfe dieses Systems umgesetzt habe und aus der ein Produkt entstanden ist, das heute zehntausende von Kunden erreicht und ein jährliches Umsatzwachstum von über X 100% hat. Nachdem wir das Beispiel von der Anfangsidee bis hin zum erfolgreichen Produkt durchgegangen sind, kümmern wir uns um dich und deine Idee. Ich zeige dir, wie du aus deiner eigenen Idee mit ganz wenig Zeit und Geld ein Produkt zauberst, mit dem du schon erste echte Nutzer oder Kunden erreichst. Danach hast du einen ganz klaren Fahrplan in der Hand, wie du anfängst und dein erstes Produkt an den Start bringst. Und zum Schluss werfen wir einen Blick in die Zukunft und schauen uns an, wie du mit deinem ersten Produkt den Sprung auf den Massenmarkt schaffst und die besten Chance hast, dass aus deinen ersten Nutzern oder Kunden mal hunderttausende oder sogar Millionen werden.